Nach den zunächst leider erfolglosen Rettungsversuchen haben wir die Situation nicht einfach sich selbst überlassen. Über mehrere Tage hinweg haben wir immer wieder versucht, das Vertrauen des Jungschwans durch gezieltes Anfüttern zu gewinnen. Unser Ziel war es, ihn näher ans Ufer zu bekommen, um die Angelschnur und den Köder gefahrlos entfernen zu können.
Der Schwan blieb jedoch durchgehend sehr skeptisch, hielt Abstand und wich aus. Und dann war er plötzlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr zu sehen.
Zwischenzeitlich erreichte uns eine einzelne Meldung, der Schwan habe „das Teil nicht mehr um den Hals“, wirke aber am Hals stark zerzaust. Bei unseren regelmäßigen Kontrollgängen entlang des Seitenkanals konnten wir ihn jedoch nicht mehr finden bzw. bestätigen. Die Unsicherheit blieb.
Heute dann die erlösende Nachricht:
Ein Mitglied von uns informierte uns und schickte ein aktuelles Foto. Dieses Bild bestätigt eindeutig, dass der Schwan keine Angelschnur und keinen Köder mehr um den Hals trägt. Die Erleichterung ist kaum zu beschreiben. Wir sind unendlich froh, genauso wie die vielen Menschen, die sich in den letzten Tagen aktiv engagiert, mitgedacht, mitgesucht und geholfen haben.
Der oder die unbekannte Retter*in, die dem Schwan letztlich geholfen und ihm damit sozusagen einen zweiten Geburtstag geschenkt hat, bekommt von uns ein von Herzen kommendes Dankeschön.
An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich auch den Anglern danken, die sich eingebracht haben, ebenso wie denen, die sogar unter Einbeziehung der Feuerwehr Unterstützung angeboten und geleistet haben. Dieses gemeinsame Engagement zeigt, dass Verantwortung und Mitgefühl keine leeren Worte sein müssen.
Zum optischen Vergleich:
Auf dem aktuellen Bild wirkt der Schwan deutlich heller als auf den ersten Aufnahmen. Das ist in diesem Alter völlig normal. Jungschwäne können sich innerhalb von zwei bis drei Wochen erheblich aufhellen. Zusätzlich wurde das Ursprungsbild und das neue Foto mittels KI verglichen. Dabei wurden mit einer Übereinstimmung von rund 98 % typische Merkmale im Schnabelbereich sowie bei den Proportionen von Kopf und Schnabel festgestellt. Es handelt sich also mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um denselben Schwan.
Dieses Update ist für uns vor allem eines: eine große Erleichterung. Und ein seltenes, aber umso schöneres Ende einer Geschichte, die auch ganz anders hätte ausgehen können.